Nach dem ich Freitag vor einer Woche mal wieder bei den Hannover Indians war, folgte eine Woche später ein komplettes Kontrastprogramm. Ein Besuch bei den Hannover Scorpions.
Die Unterschiede zwischen den Scorpions und den Indians sind so riesig, dass man das gar nicht so einfach verstehen kann. Während die Scorpions nicht »gebürtig« aus Hannover kommen, sondern aus der Wedemark, sind die Indians in Hannover geboren.
Das interessante ist die Diskrepanz zwischen den Scorpions und einem Großteil der Bürger Hannover. Obwohl die Wedemark zur Region Hannover gehört, sind die Scorpions in Hannover nicht wirklich beliebt. Die große und moderne Halle auf dem Expo Plaza wird allerhöchstens zu den Zahlen gefüllt, wie es die Indians am sich dahin alternden »Eisstadion am Pferdeturm« schaffen. Als ich letzte Woche bei den Indians war, waren ganze 3.902 Zuschauer vor Ort. Bei den Scorpions kamen lediglich 3.612 Zuschauer.
Dieser Unterschied zwischen Indians und Scorpions ist nicht unüblich. Selten schafft es der DEL Club den unterklassigen Verein darin zu besiegen geschweige den deutlich davon zu ziehen.
Ein Unterschied der mir persönlich missfällt bei den Scorpions, ist die Atmosphäre. Ich mag die Indians auch, weil die Fans in der Nordkurve am Pferdeturm sich auch bei etlichen Minusgraden dahin stellen würden. Der Pferdeturm ist zwar überdacht, aber das war es dann auch schon. Der Rest ist offen für den Wind. Hossa, das kann so abartig kalt werden. In der Arena der Scorpions reicht dagegen Pullover um sich vor der Eis-Kühlung warm zu halten.
Durch die Temperaturunterschiede sind natürlich die Bewegungs- und Feiermaßnahmen natürlich bei den Indians irgendwie wahrscheinlicher. Wenn dann noch die Trommler mitten im Block stehen, statt wie bei den Scorpions eine Etage drüber und für sich alleine, dann fällt es mir schwer, das für richtig zu erachten.
Wenn dann auch noch die Leistung des eigenen Teams nicht stimmt, wie es am Freitag war, dann kommt von den Rängen noch weniger als gar nichts. Wirklich. Gar nichts. Und das Team hat auch so gespielt, dass es tatsächlich nichts verdient hatte. Trotz früher 1:0 Führung bekamen die Scorpions den Spielfluss nie auf ihre Seite, sondern machten die Roosters stärker und stärker.
Bei solchen Leistungen und Eintrittspreise von teilweise mehr als 30 EUR in einer Halle, die während Eishockey-Spielen bis zu 10.767 Leute fassen würde, muss sich niemand wundern, dass die Halle wie leer aussieht.
PS: Mich hat es verwundert, dass Teile des Oberranges nicht abgehangen waren. Sonst macht man das immer mal gerne bei Spielen der Scorpions.